Thrakbog hat einen Hamlet-Moment

thrakbog_by_keyz13-d4uawtmIn der Nacht nach der Schlacht erschien Grymix Thrakbog im Traum. Zumindest dachte Thrakbog das eine Weile lang. Dann stellte er fest, dass er wach war, weil er nämlich genüsslich an einem gegrillten Flügel eines Trollkneifers nagte. Aber Grymix war immer noch da. Das wäre an sich nicht verwunderlich gewesen, aber Grymix war in der Schlacht gefallen. Und jetzt stand er vor Thrakbog und starrte ihn an.
„Was’n los, Grymix?“, fragte Thrakbog kauend. Er ging davon aus, dass seine Vision verschwinden würde, wenn man sie mit der Realität einer konkreten Frage konfrontierte, die ein toter Ork keinesfalls beantworten konnte.
„Ich wurde ermordet“, antwortete die Vision von Ork Grymix.
„Was du nicht sagst“, murmelte Thrakbog und nagte den Flügelknochen ab, bis er blank war.
„Ermordet“, wiederholte die Vision.
„Das war eine Schlacht, Grymix. Da stirbt man schon mal.“
Die Vision flackerte ein wenig, wurde durchscheinender. Grymix drehte sich etwas zur Seite, so dass man die riesige Axt sehen konnte, die in seinem Hinterkopf steckte. Auch sie sah irgendwie ätherisch aus.
„Erinnerst du dich noch, gegen wen wir gekämpft haben, Thrakbog, oder reicht dein Hirn dafür nicht aus?“
„Ist ja gerade erst passiert“, maulte Thrakbog. „Wir haben die Gnomhorde praktisch überrannt. Großartiger Sieg. Blöd gelaufen für dich, mein Bester.“
„Gnomhorde. Du sagst es. Die kleinen Biester reichen uns gerade mal bis zum Arsch.“
Thrakbog rülpste herzhaft und sah sich nach mehr Essen um. Er hatte sich in den Höhlen der Gnome mit reichlich nahrhafter Beute eingedeckt, aber das meiste schon aufgegessen, bevor das Lagerfeuer nach der Schlacht überhaupt entzündet worden war. Jetzt musste er sich mit einer Vision auseinandersetzen, das war anstrengend und davon bekam er Hunger.
„Hörst du mir noch zu, Thrakbog? Oder ist das schon zu viel verlangt?“
„Nee, red’ mal weiter. Ich kann essen und zuhören gleichzeitig.“
Sie wussten beide, dass das nicht stimmte.
„Guck mich an, Thrakbog.“
Mit einem genervten Augenrollen tat der noch lebende Ork genau das. Er hoffte, wenn er mitspielte, würde seine Halluzination verschwinden. Er mochte so was nicht. Scheiß Pilze.
„Also, was siehst du?“
„Ne Vision vom toten Grymix.“
„Und was noch?“
„Die aufgehende Sonne durch dich hindurch.“
„Und sonst?“ Der tote Ork deutete auf die Axt in seinem Hinterkopf.
„Axt?“
Zufrieden nickte Grymix.
„Und?“, fragte Thrakbog nach einer Weile.
Nun war es an Grymix mit den Augen zu rollen.
„Wir sind uns einig, dass das eine riesige, schwere Axt ist, die in meinem Hinterkopf steckt, richtig?“
„Jap.“
„Und wir sind uns auch einig, dass wir heute gegen Gnome gekämpft haben, die uns nur bis zum Arsch reichen, richtig?“
„Jap.“
Grymix schaute Thrakbog eindringlich an.
„Sag endlich, worauf du hinaus willst, Grymix.“
„So blöd kann ein Ork allein doch nicht sein!“, ereiferte sich die Vision. „Ich bin ermordet worden, du Idiot!“
„Das sagtest du schon. Sieht man ja auch. Mit ner Axt.“
Grymix schüttelte ungläubig den Kopf. Thrakbog rechnete beinahe damit, dass die Axt herausfallen würde, aber bei einer Vision ging das vielleicht gar nicht.
„Ein Gnom, selbst mehrere Gnome gemeinsam können eine solche Axt nicht führen. Es waren nicht die Gnome, die mich auf dem Gewissen haben. Die Schlacht war schon zu Ende, ich war schon am Plündern, wie alle anderen auch. Da traf mich der Schlag von hinten und aus war’s.“
„Aber im Gnomdorf gab es keine anderen Kreaturen. Jedenfalls habe ich keine gesehen. Also, keine, die nicht Nahrung waren.“
„Eben“, sagte Grymix mit Nachdruck. „Einer von unseren Leuten muss mich ermordet haben.“
„Hm“, machte Thrakbog. „Wem hast du denn ans Bein gepisst?“
„Ach, jetzt bin ich also selber Schuld, oder was?“, empörte sich der tote Ork.
„Wieso kommst du denn damit ausgerechnet zu mir?“, maulte Thrakbog. Er ahnte, dass er irgendetwas würde tun müssen. Dabei lag er doch so gern auf der faulen Haut herum.
„Weil du deine Axt noch besitzt.“
„Soll ich dir noch eine verplätten damit, oder was?“
„Nein, was ich damit sagen wollte, du Idiot, ist, dass du als mein Mörder nicht in Frage kommst. Du hast ja deine Axt noch, wie soll sie dann gleichzeitig in meinem Kopf stecken?“
Thrakbog schaute auf die schwere Waffe neben sich und grunzte zufrieden.
„Dann geh doch gucken, wem von unseren Leuten die Axt abhanden gekommen ist. Der war es dann.“
„Man kann ja auch die Axt von jemand anderem benutzen. Das allein ist noch kein Beweis.“
„Das hätte ich aber auch machen können, oder nicht?“, fragte Thrakbog irritiert.
„Du bist viel zu dämlich, um auf einen solchen Gedanken von allein zu kommen.“
„Stimmt“, sagte Thrakbog und grinste breit.
„Also, wirst du herausfinden, wer mich ermordet hat?“
„Und wenn ich nein sage?“
„Dann suche ich dich in jedem deiner Träume heim.“
„Kein Wunder, dass dich einer umbringen wollte. Du bist ein Arschloch.“
Grymix zuckte mit den Schultern. „Also?“
„Na, meinetwegen. Kann mich ja mal umhören.“
„Ich komme im nächsten Traum wieder. Bis dahin hast du hoffentlich Neuigkeiten.“
„Hau bloß ab.“
Die Vision löste sich langsam auf, Thrakbog rülpste noch einmal herzhaft, dann schlug er nach hinten um und schlief wieder ein.

*

Als Thrakbog gegen Abend erwachte, war das Feldlager der Orks bereits im Aufbruch.
„Wo geht’s denn hin?“, fragte er seinen Mitstreiter Greusch. Der war noch dümmer als Thrakbog und ideal für so kurze Auskünfte. Mehr als das Wesentliche konnte sich Greusch nämlich nie merken.
„Zurück ins Winterlager. Häuptling hat gesagt, wir haben genug Beute, um entspannt zu überwintern.“
„Wo ist’n deine Axt?“, fragte Thrakbog, scheinbar ohne Zusammenhang. Er war mit Greusch befreundet und sah keinen Grund, warum der Grymix ermordet haben sollte, aber irgendwo musste er ja anfangen.
„Wieso willst’n das wissen?“
„Frag doch nicht so blöd. Zeig mir einfach deine Axt.“
„Ist das ein Euphimi-, Orphemis-, weißt schon. Willst du in Wirklichkeit was ganz anderes von mir sehen?“
Thrakbog starrte seinen Freund ratlos an. „Alter, ich will deine Axt sehen. Ist das so schwer zu kapieren? Was ist’n los mit dir? Zu viele Pilze letzte Nacht?“
Greusch grinste breit. Zwischen seinen mächtigen Zähnen waren die Reste der purpurnen Pilze noch erkennbar. Immerhin holte er unter der Decke neben dem Feuer seine Axt hervor und hielt sie Thrakbog bedrohlich nahe unter die dicke Nase.
„Zufrieden?“
„Geht doch. Sag mal, hast du während der Schlacht eigentlich Grymix gesehen?“
„Thrakbog. Während der Schlacht sehe ich gar nichts, außer den Gegner direkt vor mir. Habe aber gehört, er war unter den Opfern. Scheiß Gnome. Meinst du, ich könnte mir Grymix’ Pilzvorrat aus seinem Beutel holen?“
„Äh, damit würde ich noch ein Weilchen warten. Könnte sein, er nimmt dir das übel.“
„Na und? Er ist doch hinüber.“
„Vielleicht lässt er dir einen Blitz in den Arsch fahren. Lass es lieber sein.“
„Du bist echt komisch heute, Thrakbog.“
„Komisch im Sinne von lächerlich?“
Greusch machte große Augen und hob abwehrend die Axt. „Nee, so war das ja nicht gemeint. Eher merkwürdig. Wie viele Pilze hattest du denn, um den Sieg zu feiern?“
„Irgendwo zwischen viel zu wenig und Überdosis. Ich hatte eben ‘ne Vision.“
„Geil! Erzähl mal.“
„Vom toten Grymix.“
Greusch verzog angewidert das Gesicht. „Die Pilze sind auch nicht mehr, was sie mal waren. Schlechte Ernte.“
Thrakbog nickte nachdenklich. Aber Greuschs Geschwafel brachte ihn immerhin auf eine Idee.
„Weißt du, wo der tote Grymix ist?“
„An der Festtafel des Ewigen Schlächters?“
„Ist klar, ich meinte seine Leiche.“
Greusch zuckte ratlos mit den Schultern. Thrakbog beschloss, jemand anderes zu fragen, der etwas mehr Überblick hatte.

*

„Thrakbog, was führt dich zu mir?“, fragte Noden mit gequältem Grinsen. Thrakbog feixte. Sein Schwiegersohn war selten erfreut, ihn zu sehen. Aber das war im Augenblick egal.
„Weißt du, wo Grymix ist?“, kam er direkt zur Sache.
„Soweit ich weiß, ist er gefallen.“
„Ja, ich weiß. Aber wo ist der Kadaver?“
„Was willst du denn damit? Bist du etwa unter die Nekromanten gegangen?“
„Hä? Nee. Ich will sehen, ob er eine Axt im Schädel hat.“
Noden musterte seinen Schwiegervater skeptisch. „Und das ist wichtig, weil?“
Thrakbog rollte mit den Augen. „Weil Gnome keine Axt führen können.“
„Dann wird er wohl auch keine im Kopf haben, oder?“
„Hat er aber.“
„Woher willst du das wissen? Gerade hast du noch gesagt, du willst nachsehen, ob es so ist.“
„Weil er es mir…, also, jedenfalls könnte es sein.“
Noden seufzte schwer. „Ich weiß, ich werde es bereuen, aber komm, ich zeige dir, wo die Leichen der gefallenen Kameraden sind.“
Sie gingen quer durch das Lager zu einer Lichtung im Wald, wo die Toten lagen. Drei Orks hielten Totenwache, einer von ihnen war Slaag. Als er die beiden herankommen sah, nickte er zufrieden.
„Wollt ihr den Toten die letzte Ehre erweisen?“
„Nee, wir wollen sehen, ob Grymix eine Axt im Kopf hat“, maulte Thrakbog.
„Und wir wollen natürlich den Toten unseren Respekt zollen“, beeilte sich Noden hinzuzufügen, als Slaags Gesicht eine zornige, dunkle Tönung annahm.
Thrakbog musterte seinen schnell aufbrausenden Mitstreiter schnell von oben bis unten. Im Gürtel steckte die dicke Streitaxt. Zufrieden grunzte er. Keiner seiner Freunde hatte Grymix erschlagen. Wenn der überhaupt eine Axt im Kopf hatte. Diese Pilze konnten einem schon so manchen Blödsinn vorgaukeln.

*

„Das ist mal echt eine fette Axt“, sagte Slaag anerkennend. Er stand mit Noden und Thrakbog neben der Leiche von Grymix.
„Weiß einer von euch, wem die mal gehörte?“
Slaag schaute Thrakbog mitleidig an. „Du interessierst dich viel zu wenig für die Ausrüstung deiner Mitstreiter. Eindeutig ein Fehler.“
„Du interessierst dich dafür umso mehr dafür. Und kannst deine Finger nicht bei dir behalten.“
„Jungs!“, rief Noden. „Könnt ihr eure kleinlichen Streitereien mal für einen Moment beiseite lassen? Ich glaube, Slaag wollte eigentlich etwas ganz anderes sagen.“
„Ja, allerdings. Es ist nämlich so, dass diese Axt“, er deutete auf die Waffe in Grymix’ Hinterkopf, „niemand anderem gehört als Grymix selber.“
„Du meinst, er hat sie sich selbst in den Schädel gewemmst? Wieso soll ich dann für ihn…? Lassen wir das.“
„Du faselst Blödsinn“, tadelte Slaag. „Erstens kann er das unmöglich selber getan haben, und zweitens, wieso sollte er auch? Wir hatten die Schlacht gewonnen. Es bestand auch nie der geringste Zweifel daran, dass wir gewinnen würden. Und wenn es Absicht war, dann hätte er sie sich ja wohl vorne in den Schädel gehauen und nicht hinten. So lange Arme hat er ja gar nicht.“
„Aber die Gnome können das auch nicht getan haben“, beharrte Thrakbog.
„Wahrscheinlich hat er die Axt beiseite gelegt, um zu plündern. Jemand kam von hinten, und zack!“ Noden machte eine hackende Geste.
Die beiden anderen Orks nickten zustimmend.
„Und?“, fragte Slaag schließlich nach einer Weile stiller Kontemplation.
„Er ist mir im Traum erschienen. Vorhin. Mit Axt im Kopf. Hat gesagt, er wäre ermordet worden. Von einem von uns.“
„Von einem von uns?“, wiederholte Slaag empört und wies der Reihe nach auf sie drei.
„Nee, von einem Ork, meinte er. Von einem aus unserer Truppe.“
„Wegen der Beute vielleicht?“, schlug Noden vor.
Thrakbog strahlte ihn an. „Ja, das muss es sein. Was hat er denn abgeschnappt? Wo hat er geplündert?“
„Wieso willst du das denn rausfinden?“
„Weil der Pisser mich sonst bis zum letzten Tag in meinen Träumen heimsucht, hat er gesagt.“
„Keine angenehme Aussicht. Vor allem, wenn du gerade bei deinen Weibern liegst, wenn er auftaucht.“ Slaag sah nicht so aus, als hätte er das geringste Mitgefühl.
„So eine Kacke!“, fluchte Thrakbog. „Wieso passiert so was immer mir?“
„Und was jetzt?“, fragte Slaag ungerührt.
„Wartet mal, ich probiere mal was aus“, sagte Noden und schob sie an die Seite, um mehr Platz am Leichnam zu haben. Dann begann er etwas zu murmeln und machte merkwürdige Bewegungen mit den Händen, als wollte er jemandem die Gurgel umdrehen.
„Ich hasse es, wenn sein Mulle-Mulle macht“, grunzte Thrakbog.
„Man nennt das Magie wirken, du Depp“, gab Slaag genervt zurück.
„Und als nächstes fliegen uns wieder Feuerbälle um die Ohren, das kennen wir ja schon. Noden hat mehr Schaden an uns angerichtet als jeder Feind, ist dir das mal aufgefallen? Das ist doch Absicht.“
„Vielleicht hättest du ihn nicht so oft wegen seiner verweichlichten Art hänseln sollen.“
„Haben doch alle gemacht. Und er ist ein wenig verzärtelt, das muss er doch zugeben.“
„Muss er nicht, solange er uns mit Feuerbällen bewerfen kann.“
Gegen diese Logik konnte Thrakbog keine Argumente mehr ins Feld führen. Er hielt ausnahmsweise mal die Klappe.
Nach einer Weile beendete Noden den Singsang und zuckte ratlos die Schultern. „Also, mit Magie hat das jedenfalls nichts zu tun. Konnte kein magisches Echo an Grymix oder der Axt feststellen.“
Thrakbog sparte sich jeden abfälligen Kommentar. Immerhin erwies sich Nodens Talent manchmal auch als nützlich.
„Dann verschwindet mal wieder von hier, die Toten müssen in Ruhe Kraft schöpfen für die Begegnung mit dem Ewigen Schlächter.“ Slaag bedeutete ihnen mit einer unwirschen Handbewegung die Lichtung zu verlassen.
Thrakbog warf einen letzten skeptischen Blick auf Grymix’ Leiche. Ihm fielen eine Menge Flüche ein, aber solange der Ewige Schlächter keine Entscheidung getroffen hatte, wollte er dem gefallenen Kollegen auch keinen Stein in den Weg legen.

*

Der Marsch zurück ins Winterlager war für Thrakbog sehr anstrengend. Das Marschieren machte ihm nichts aus, aber gleichzeitig sein Problem lösen zu müssen, bereitete ihm Sorgen. Geistige Anstrengung war seine Sache nicht, und so lange und ausdauernd erst recht nicht. Und wenn er erst wieder im Winterlager war, gab es auch keine Ruhe mehr zum Nachdenken. Denn da wartete seine ganze Sippe. Wie viele genau das waren, wusste er nicht. Zählen war ebenfalls nicht seine Stärke.

Die Leichen der Gefallenen wurden mit im Tross geführt. Der Häuptling hatte angeordnet, sie in einer großen Zeremonie dem Ewigen Schlächter zu präsentieren, in der Hoffnung, dass er sie gnädig an seiner Tafel aufnahm. Manchmal wurde einer auch zurückgeschickt. Aber als Erweckter war kein Ork wie zu Lebzeiten. So was verkraftete man sicher nicht so leicht. Obwohl er zugeben musste, dass Noden damit ganz gut klar gekommen war. Aber der war auch schon immer etwas anders gewesen, da fiel das vielleicht nicht auf, wenn er plötzlich anders komisch war.

Thrakbog gesellte sich unterwegs immer wieder zu einzelnen Grüppchen und stellte Fragen. Irgendjemand musste ja gesehen haben, wo Grymix gekämpft und geplündert hatte. Allerdings waren Orks im Allgemeinen sehr auf ihr eigenes Gemetzel fixiert und hatten keinen Blick dafür, was die Kollegen so trieben. Und eine unterirdische Gnomensiedlung war alles andere, nur nicht übersichtlich. Da war es schon fast ein Wunder, wenn sie später alle wieder rausfanden und niemand in dem Gewirr verloren ging. Manchmal kam das vor. Diesmal aber nicht. Und irgendjemand hatte schließlich auch die Leiche gefunden. Bloß konnte sich offenbar niemand daran erinnern, wer das gewesen war. Er besprach das während einer Rast mit Slaag und Noden.
„Das lässt im Grunde nur zwei Schlüsse zu“, sagte Noden und hielt zwei wulstige Finger in die Luft. „Erstens: Derjenige, der ihn gefunden hat, ist auch der Mörder und will sich dadurch nicht verraten. Oder zweitens: derjenige, der ihn gefunden hat, erinnert sich nicht daran.“
Slaag machte eine wegwerfende Handbewegung. „Das ist ja noch nicht so lange her, das kann man doch nicht vergessen.“
Noden warf einen vielsagenden Blick auf Thrakbog, der aber nur müde mit den breiten Schultern zuckte. Niemand erwartete von einem Ork eine überragende Gedächtnisleistung. Im Gegenteil, das galt als unorkisch und wurde mit Misstrauen betrachtet.
„Es gibt aber noch einen anderen Grund, warum derjenige sich vielleicht nicht erinnern kann“, erklärte Noden mit herablassendem Tonfall und deutete auf ein anderes Lagereuer. Da lag der Brenner. Er war ein Genie, wenn es darum ging, aus den unmöglichsten Zutaten Schnaps zu fabrizieren. Aber er war auch selbst sein bester Kunde. Er war selten so nüchtern, dass er noch genau wusste, was er tat. Wahrscheinlich lag darin sein Genie. Der Weingeist sprach durch ihn.
„Der Brenner könnte aber genauso gut der Mörder sein und sich nicht mehr dran erinnern“, meinte Slaag.
Die anderen beiden Orks nickten.
„Und jetzt?“, fragte Noden nach einer Weile.
„Weiß ich auch nicht“, gab Thrakbog zu.
„Was hat Grymix’ Geist denn gesagt, was du tun sollst?“
„Ich soll seinen Mörder finden.“
„Haben wir ja jetzt. Der Brenner war’s. Ist die einfachste Erklärung.“
„Dann dürfte der Geist damit ja besänftigt sein“, meinte Noden und klopfte Thrakbog auf die Schulter. „Angenehme Träume dann.“

*

„Du bist echt ein totaler Versager“, sagte der Geist.
Thrakbog schrak hoch. Da stand die durchscheinende Figur mit der Axt im Kopf und schaute ihn tadelnd an.
„Kannst du auch mal irgendwas richtig machen?“
„Wieso bist du noch da?“, beschwerte sich Thrakbog. „Du wolltest, dass ich deinen Mörder finde. Habe ich gemacht, jetzt verpiss dich.“
„Der Brenner ist nicht mein Mörder.“
„Was macht dich da so sicher?“
„Weil ich noch immer hier herumgeistere, du Idiot!“
„Und wenn ich jetzt der Reihe nach alle Namen unserer Truppe nenne und als Mörder beschuldige, dann müsste das doch funktionieren, oder? Einer davon ist es doch gewesen, behauptest du.“ Thrakbog begann, alle Namen aufzulisten, an die er sich erinnern konnte. Er wusste nicht genau, wie viele Orks auf den Beutezug mitgekommen waren, aber früher oder später würde die Vision vor ihm verschwinden. Zur Not musste er Noden nach weiteren Namen fragen, der konnte sich die besser merken.
„Du bist ja bescheuert“, klagte Grymix und tippte sich mit einer Klaue an die Stirn. „So geht das nicht.“
Thrakbog sah nicht ein, wieso das nicht funktionieren sollte. Er hatte wenig Erfahrung mit Geistern und deren Erlösung. Also brabbelte er weiter, bis er darüber in einen unruhigen Schlaf sank.

In den nächsten Tagen wiederholte sich dieser Vorgang auf ähnliche Weise. Pauschal jeden einmal zu beschuldigen, der Mörder zu sein, half also offenbar nicht. Noden, Slaag und Greusch waren genervt, weil Thrakbog von nichts anderem mehr sprach, Thrakbog selber war total übernächtigt, was ihn noch aggressiver machte, als üblich. Und Grymix wurde zusehends nervöser. Bald würde er dem Ewigen Schlächter gegenüberstehen und sich für sein Ableben rechtfertigen müssen. Aber er hatte keine vernünftige Erklärung, weil der dösige Thrakbog nicht herausfinden konnte, wie er zu Tode gekommen war. Sie alle waren sich einig, dass ein Ork, tot oder lebendig, sich nicht mit solchen Problemen auseinander setzen müssen sollte.

*

Viel zu schnell erreichten sie das Winterlager. Das Wiedersehen mit der Sippe wurde durch Grymix’ unehrenhaftes Ableben arg getrübt. Man verlor keine Zeit, um die Opfer der Schlacht dem Ewigen Schlächter vorzuführen. Vielleicht würde er ein Auge zudrücken, wenn sie ihm den schändlich Gemeuchelten einfach mit unterjubelten.
Die Gefallenen wurden in langen Klage- und Kampfliedern besungen, es gab jede Menge Trinkgelage ihnen zu Ehren, oder auch nur einfach so. Schließlich trat der Anführer vor, gemeinsam mit dem höchsten Priester, um dem Ewigen Schlächter die Seelen der Gefallenen zuzuführen. Jetzt würde sich entscheiden, ob Grymix an die Tafel seines Gottes gerufen wurde, oder zurück musste, weil er ein Versager und Idiot war, der nicht mal in der Schlacht fallen konnte.
Thrakbog stand mit Noden etwas abseits und wollte lieber gar nicht hinsehen.
Während der Priester offenbar Zwiesprache mit dem Ewigen Schlächter hielt, war es rund um den Ritualplatz absolut still geworden. Eine Zurückweisung würde von allen als Affront aufgefasst. Man war stolz darauf, stets nur tapfere Streiter in den eigenen Reihen zu haben. Egal, ob männliche oder weibliche Orks, man bekam einfach keine Axt in den Rücken. Niemals.
„Der Brenner macht die Augen auf“, flüsterte Noden.
Thrakbog hätte ihm am liebsten in die Fresse gehauen.
„Das ist doch jetzt wohl eher nebensächlich“, raunte er ungehalten.
„Er hat aber einen sehr verklärten Gesichtsausdruck.“
Thrakbog machte die Augen auf und schaute zum Brenner. Der normalerweise volltrunkene Ork hatte sich in eine gerade Position aufgerichtet und starrte mit glasigem Blick ins Nichts. Dann begann er zu sprechen. Seine Stimme klang tief und unnatürlich.
„Ich nehme die Gefallenen gnädig an, sie sind an meiner Tafel willkommen. Einer unter ihnen jedoch ist unwürdig. Ich will ihn nicht bei mir sehen. Er ist eine Schande für mein Gefolge. Bis geklärt ist, wie er zu Tode kam, bleibt sein Geist unter euch. Und ihr müsst schon eine verdammt gute Erklärung dafür finden, warum ich einen Ork an meiner Tafel aufnehmen sollte, der eine Axt im Hinterkopf stecken hat. Schande über euch, Schande!“
Dann sackte der Brenner in sich zusammen und begann laut zu schnarchen.
Sofort setzte lautes Gezeter, Jammern und Wehklagen ein. Thrakbog sah, wie Slaag mit dem Häuptling tuschelte. Dann schauten beide zu ihm herüber. Das konnte nichts Gutes bedeuten.
„Das bedeutet nichts Gutes“, bestätigte Noden und nickte Richtung Slaag und Häuptling.
„Das sehe ich selber.“
„Ausnahmsweise.“
„Halt die Fresse.“
„Thrakbog!“, rief der Häuptling und winkte ihn zu sich. Thrakbog packte Noden am Kragen und zerrte ihn hinter sich her. Wenn er schon die Kacke am Hals hatte, dann wollte er das wenigstens nicht allein durchstehen.
„Slaag sagte, Grymix wäre dir im Traum erschienen“, sagte der Anführer mit strenger Miene.
Thrakbog hätte ihm gerne eine reingehauen, aber der Andere war deutlich stärker. Er hatte es ausprobiert.
„Und?“
„Dann beauftrage ich dich, das Problem zu lösen.“
„Habe ich versucht. Hat nicht funktioniert.“
„Dann versuch es weiter. Ich weiß nicht, wie viel Geduld der Ewige Schlächter mit uns hat. Ein Ork, der von einem Feind in den Rücken getroffen wurde, das geht nicht. Also finde eine Antwort, mit der der Ewige Schlächter zufrieden ist.“
„Ich soll mir was ausdenken? Wäre das nicht eher was für diejenigen unter uns, die ihr Hirn benutzen?“ Er konnte seinen Ekel kaum verbergen. Grauenhafte Vorstellung.
„Grymix hat dich dafür ausgewählt. Es muss einen Grund dafür geben. Und ich will keine erfundene Geschichte, ich will die Wahrheit. Also, der Ewige Schlächter will die Wahrheit. Eine Lüge nützt Grymix nichts.“
„Das ist doch alles großer Mist“, maulte Thrakbog.
Der Anführer grinste breit und nickte. „Aber es ist dein Mist. Das Vorrecht des Anführers: Delegieren von Mist. Ich bin der Größte.“
Thrakbog erwog, ihm dennoch eine reinzuhauen, einfach, weil es ihm ein gutes Gefühl geben würde. Allerdings nur für einen kurzen Moment. Und er hatte auch so schon genug andere Probleme, als dass er den Anführer auch noch herausfordern sollte.
„Komm“, sagte Noden. „Ich glaube, ich habe eine Idee.“
„Das hatte ich befürchtet“, jammerte Thrakbog. Ein Wiedersehensfest mit seinen Weibern konnte er jetzt wohl getrost vergessen.

*

„Spinnst du?“, rief Thrakbog, als er sah, was genau Noden mit seiner Idee gemeint hatte.
Der kleine Hexenmeister hatte ihn und Slaag am Arm gepackt und – schwuppdiwupp – teleportiert. Und zwar direkt dahin, wo die Schlacht stattgefunden hatte, mitten in die unterirdische Gnomensiedlung. Eines fiel ihnen sofort auf: die zahllosen Leichen der getöteten Gnome waren allesamt verschwunden.
„Es hat wohl doch Überlebende gegeben“, meinte Slaag mit sichtlichem Bedauern in der Stimme.
„Oder ein großes Monster ist vorbei gekommen und hat sie alle aufgegessen“, schlug Thrakbog vor.
„Finde ich besser als Erklärung“, sagte Slaag. „So war es dann wohl.“
Noden schaute sie beide abwechselnd an. „Schön, wenn man sich die Welt so zurecht basteln kann.“
„Wieso sind wir hier?“, fragte Thrakbog.
„Ich dachte, es wäre eine gute Idee, wenn wir uns noch mal anschauen, wo genau Grymix getötet wurde.“
„Aber wir wissen nicht, wo das war“, maulte Thrakbog. „Das ist doch das Problem.“
„Wir müssen aber doch nur schlafen, und dann wird dir Grymix im Traum zeigen können, wo.“
Slaag wackelte anerkennend mit dem Kopf hin und her. „Du musst zugeben, dass das keine blöde Idee ist, Thrakbog.“
„Gar nichts muss ich.“
Aber da sie nun schon einmal da waren, wurde es eben so gemacht. Eine andere Idee hatten sie ohnehin nicht und die Mahnung des Ewigen Schlächters durch den Mund des Brenners klang ihnen noch deutlich in den Ohren. Die Ehre des ganzen Stammes hing von ihnen ab.
„Also, dann leg du dich mal schon hin und schlaf. Wir halten Wache, falls es doch noch irgendeine Kreatur hier in der Gegend gibt“, schlug Slaag vor. Widerwillig tat Thrakbog genau das.
Er hatte es sich gerade erst bequem gemacht und die Augen geschlossen, als Grymix ihm erschien. Offenbar hatte der Gemeuchelte es ebenfalls eilig. Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben. Die blasse Gestalt war noch durchsichtiger als je zuvor.
„Du siehst aus als hättest du einen Geist gesehen“, witzelte Thrakbog.
„Ich wünschte, ich könnte dir eine reinhauen.“
„Das ist hier aber kein Wunschkonzert. Was auch immer ein Konzert ist. Sag mal lieber, wo du warst, als die Axt dich traf.“
Der Geist drehte sich um und blickte über die verwaisten Höhlen und Behausungen der Gnome.
„Ich war da hinten, in den Gang gelaufen, einem dicken Gnom hinterher. Der wollte sich verstecken. Ich bin ihm nach, da um die Ecke.“
Der Geist setzte sich in Bewegung. Thrakbog folgte ihm. Er konnte nicht sehen, ob seine Kameraden sich ebenfalls bewegten, es sah aus, als befänden sie sich hinter einer Nebelwand. Er war sich nicht einmal sicher, ob er sich tatsächlich bewegte, oder nur davon träumte.
Der Geist führte ihn eine Felsspalte entlang, tiefer in die Siedlung der Gnome hinein. In einer niedrigen Höhle gab es einen Abstieg in eine große Vorratskammer. Kein Wunder, dass Grymix hier seine Axt beiseite gelegt hatte, um aus dem Vollen zu schöpfen. Es befanden sich noch immer reichlich Lebensmittel darin.
Jemand packte Thrakbog am Arm. Mit einem Schrei erwachte er aus seiner Vision. Tatsächlich stand er in der Vorratskammer, Slaag und Noden neben ihm.
„Was’n los?“, fragte er verwirrt und schüttelte sich wie ein nasser Köter.
„Du hast mit dir selbst geredet.“
„Nein, Grymix war hier.“
„Ist klar.“ Slaag glaubte ihm offenbar kein Wort.
„Du kannst ihn eben nicht sehen oder hören“, beharrte Thrakbog.
„Vielleicht könnten wir das Gelaber mal sein lassen“, schlug Noden vor und betrachtete den Boden der Höhle genauer. Er ging sogar in die Knie und rieb mit dem Finger über den Fels.
„Ich wusste, dass er früher oder später völlig den Verstand verliert“, meinte Slaag.
„Ich glaube, er liest Spuren. Das kann mein Ältester auch.“
„Hier ist ein merkwürdiger Abrieb im Fels“, erklärte Noden. Er ignorierte wie üblich das Geschwafel der größeren Orks, wohl wissend, dass er ihnen geistig hoch überlegen war.
„Erkläre merkwürdig“, verlangte Thrakbog.
„Hier muss die Axt gelegen haben. Denn dort ist eine große Blutlache. Und so wie ich das sehe, ist Grymix mit dem Fuß auf das Stielende der Axt getreten, sie hat sich über diese Kante hier beschleunigt, ist hier gegen die niedrige Decke geprallt, da sieht man noch ein Stück, wo Gestein aus dem Fels gehauen wurde, und dann gegen Grymix’ Dickschädel geschengelt.“
Slaag und Thrakbog schauten den kleinen Hexenmeister entsetzt an.
„Wie sollen wir denn das bitte schön dem Ewigen Schlächter erklären? Dass einer unserer besten Krieger sich so dösig angestellt hat, dass er sich selber erschlagen hat?“
Noden zuckte mit den Schultern. „Das besagen aber die Spuren.“
„Du irrst dich. Finde eine andere Erklärung“, verlangte Slaag.
„Das kann ich sicher tun, aber es wäre dann eine Lüge. Und das kannst du dann selber dem Ewigen Schlächter erklären.“
Slaag wurde blass und hob abwehrend die Hände. „Nee, lass mal.“
„Und jetzt?“
„Jetzt kriegt ihr euren dämlichen Kameraden zurück“, sagte eine laute Stimme, die vom Gestein widerhallte. „Und wehe, er kommt mir noch einmal unter die Augen, ohne eine orkische Tat vollbracht zu haben.“
Ehe sie auch nur wussten, wie ihnen geschah, waren sie zurück auf dem Ritualplatz und sahen, wie sich ein blasser, etwas verrottet aussehender Grymix von seinem Totenlager erholte und schwankend auf sie zu kam.
„Ich kann mich irren“, meinte Thrakbog, „aber ich glaube, der Ewige Schlächter möchte, dass wir Grymix bei seiner Mission behilflich sind.“
„Und wehe, ihr versagt“, hallte die Stimme über die Lichtung. Offenbar hatte der Ewige Schlächter es vorgezogen, ohne den Brenner als Medium zu seinen Anhängern zu sprechen. Das machte es nicht weniger eindrucksvoll. Ehrfürchtig reckten die Orks ihre Waffen in die Luft und priesen ihren Gott.
„Ich muss was Orkisches machen“, krächzte Grymix, als er bei ihnen angekommen war. Selbst für orkische Nasen stank er unangenehm nach Verwesung.
„Es hätte schon gereicht, wenn du nicht in deine eigene Axt getreten wärst“, beschwerte sich Slaag. „Und wir müssen es jetzt wieder ausbaden.“
„Ehrlich gesagt, wäre ein Bad vielleicht nicht die schlechteste Idee“, meinte Noden und rümpfte die Nase.
„Verwesung geht durch Waschen nicht weg“, meinte Thrakbog lapidar. Er erinnerte sich noch sehr gut, als er den verrottenden Körper seines Freundes Greusch tagelang hinter sich her gezogen hatte, bis der Ewige Schlächter ihn zu ihnen zurück geschickte hatte. Grymix war nun schon der dritte Ork ihres Haufens, der nicht an der Tafel ihres Gottes bleiben durfte. Was machten sie nur falsch? Was an ihnen war dem Ewigen Schlächter denn nicht orkisch genug?
„Was machen wir jetzt?“, fragte Slaag.
„Die Tatsache, dass wir uns das fragen müssen, ist offenbar das Grundübel“, antwortete Noden.
„Jetzt wird er phitolos-, phylosogi-, lisophobisch“, stöhnte Thrakbog.
Slaag nickte. „Das sind die Schlimmsten. Kein Wunder, dass wir hier rumkrepeln anstatt an der Ewigen Tafel zu schwelgen.“
Noden schüttelte fassungslos den Kopf. Wieso hatte er nicht als Dunkelelf geboren werden können?

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